Durch das Land Rheinland-Pfalz wurde der Freistaat Bayern gebeten, für den Zeitraum vom 27.07. – 30.07.2021 bei den Aufräumarbeiten aus dem örtlichen katastrophalen Hochwasser zu helfen. Im Rahmen eines kurzfristig zusammenzustellenden Hilfskontingentes „Schwaben“ wurde auch die örtliche Feuerwehr angefragt, ob sie mit Technik und Personal daran mithelfen kann. Durch den 1. Kommandanten Andreas Faith wurde in kürzester Zeit eine Mannschaft mit 9 Personen und 2 Fahrzeugen (LF20 und MTW) akquiriert und in das Kontingent von 46 Feuerwehrleuten aus 8 Wehren aus dem Landkreis Günzburg eingegliedert. Wir stellten somit einen großen Teil des Personals innerhalb des Landkreises.
Am Dienstag, 27.07. wurde der Konvoi um die Hilfskräfte aus dem Landkreis Neu-Ulm ergänzt und um 6:00 Uhr an der Autobahnmeisterei in Vöhringen von Neu-Ulmer Landrat Thorsten Freudenberger und örtlichen Kreisbrandrat Dr. Bernhard Schmidt in Kolonne auf den Weg Richtung Ahrweiler geschickt. Unser Mehrzweckfahrzeug war dabei das letzte Fahrzeug mit der grünen Flagge, welcher u.a. dafür verantwortlich war, dass der Konvoi geordnet an das Ziel kam.
Nach zwei Tankstopps war unser Tagesziel der Nürburgring, auf welchem ein Zeltlager für insgesamt 5.000 Helfer von THW, Feuerwehr, Polizei und Bundeswehr eingerichtet war. Unser 1. Einsatztag war Ahrweiler, in welchem wir in einer direkt an die Ahr angrenzenden Straße bei mehreren Familien bis spät Abends entsprechende Hilfe leisteten (u.a. wurden noch Wasser ausgepumpt, Estrich entfernt, Unmengen an Schlamm und Dreck entsorgt, etc.). Für die Einsatzkräfte war diese Aufgabe angesichts des unvorstellbaren Schadens und der persönlichen Geschichten der Betroffen durchaus belastend und angesichts der Verunreinigung unter dem Gesundheitsschutz nicht ungefährlich. Erfreulich waren deshalb die Reaktionen dieser Anwohner, die ihre Dankbarkeit postwendend in E-Mails- und Facebook-Eintragungen zum Ausdruck brachten.
Am 2. Einsatztag wurden wir zusammen mit der Feuerwehr Burgau zum Auspumpen der Tiefgarage am Marktplatz in Bad-Neuenahr eingesetzt, in welcher das 2. Stockwerk noch unter Wasser stand. Es zeigte sich, wie wichtig die bei den Feuerwehren vorhandenen Techniken sind, um bei derart außergewöhnlichen Aktionen gemeinsam helfen zu können. Im Anschluss an die Tätigkeit der Feuerwehr wurden die dort noch untergebrachten Fahrzeuge von Fachfirmen entsorgt, um somit weitere Verunreinigungen zu vermeiden.
Wenngleich die meisten Helfenden aus dem Hilfskontingent anboten, auch noch mindestens einen weiteren Tag vor Ort die dringend notwendige Hilfe zu leisten, wurde von der örtlichen Einsatzleitung am Freitag der Abmarsch angesetzt. Wir sind am späten Abend wohlbehalten in Ziemetshausen zurückgekommen und wurden von unseren Feuerwehrkameraden mit einer netten Geste empfangen. Ebenfalls begrüßte unser 1. Bürgermeister Ralf Wetzel die Einsatzkräfte und bedankte sich im Namen der Kommune für den selbstlosen Einsatz im Krisengebiet.
Letztendlich war diese von Kommandant Andreas Faith mit seinen Helfern vorbildlich geleistete Hilfsaktion ein Zeichen von gelebter Solidarität im Dienst am Nächsten.

Text/Bild: Feuerwehr Ziemetshausen

  • Unser Bild zeigt vor der Rückfahrt am 4. Einsatz-tag die am Hilfskonvoi beteiligten Personen vor den beiden Fahrzeugen mit (von links) Markus Böhm, Louis Schoeley, Patrick Jahns, Andreas Faith, Bastian Bönsch, Andreas Fendt, Hans-Martin Singer, Sven Eisele und Edwin Räder